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Geburtstag von Grand Hotel van Cleef: Benzin und Kartoffelchips, Korn und Sprite

Aki Bosse (v.l.), Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch rockten auf der Bühne vorm Knust.
Aki Bosse (v.l.), Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch rockten auf der Bühne vorm Knust.
Foto: Sebastian Madej

Es ist ein bisschen seltsam, Thees Uhlmann und seine Band bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein um 18 Uhr(!) auf dem Lattenplatz am Knust spielen zu sehen. Aber es ist ein besonderer Tag. Uhlmann ist nämlich, so sagt er selbst, nur „die Vorband“ für Kettcar, die vor der Open-Air-Ruhestörungsgrenze fertig sein müssen, bevor drinnen im Knust weiter gefeiert wird. Anlass für das fabulöse Zusammenkommen all dieser feinen Musiker: Das Label Grand Hotel van Cleef feiert seinen 20. Geburtstag.

Da darf auch mal ein bisschen auf die Kacke gehauen werden. Thees Uhlmann legt vor, mit einem Best-Of aus seiner kompletten Karriere. „Die Schönheit der Chance“ singt er solo, nur mit Gitarre. Kann man machen, aber dann kullern im Publikum vielleicht ein paar Tränchen. Den alten Tomte-Kracher „Korn & Sprite“ spielt er dann gemeinsam mit den einstigen Weggefährten Stemmi und Timo Bodenscheid, und als Finale gibt’s das „Fischlied“ – als kleines Revival der „3 Bosse“: Uhlmann mit Marcus Wiebusch und Aki Bosse!

Danach entern Kettcar die Bühne, ebenso glücklich wie emotional. „Heute keine politischen Ansagen, heute wird gefeiert“, das habe Sänger Marcus Wiebusch als Ansage mit auf die Bühne  bekommen, berichtet er. Nun – gefeiert wird, und wie! – aber mit „Sommer 89“ und „Der Tag wird kommen“ stehen natürlich auch Songs mit Botschaft auf der Setlist. Für letzteren bittet Wiebusch die Fans um HipHop-Arme, „aber nur, wenn ihr es wirklich fühlt, ich will hier nix aus Mitleid!“ Die Sorge hätte er sich schenken können: Ein Meer aus Armen wippt mit, und es sind Arme der Liebe, keine Arme des Mitleids. Reimer Bustorff packt in seinen herzigen Ansagen einige Anekdoten aus der GHvC-Anfangszeit aus und dankt allen Beteiligten: „Es fühlt sich immer noch gut und richtig an!“ Dann sorgt „Landungsbrücken raus“ auf dem pickepackevollen Lattenplatz endgültig für Herzen in den Augen des Publikums.

Im Anschluss singen alle Protagonisten noch einen Song von Young Rebel Set, deren Sänger im Jahr 2019 verstorben war – und dann geht es drinnen mit weiteren GHvC-Bands wie Shitney Beers oder den Intergalactic Lovers weiter. Was für ein grandioser Abend! Man darf sich schon auf das 25. Jubiläum freuen.

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