Neulich ist er im Foyer der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ in Berlin-Marzahn aufgetreten, bald spielt er in einer von Messdienern errichteten Miniburg am Mastholter See. Nur konsequent, dass sich Niels Frevert für das Konzert (mit Band!) in seiner Heimat Hamburg das Zirkuszelt im Schanzenpark ausgesucht hat.
Einen Ort, an dem sich Musik- und Literatur-Freunde, friedliche Fußballfans und Kinder mit bunt angemalten Gesichtern gleichermaßen wohl fühlen. Die ungewöhnliche Konzert-Location passt eh wunderbar zu dem Musiker, der Texte über Alltagsgegenstände wie klapperndes Geschirr, Waschbeckenränder und Zettel auf dem Boden schreibt und einem damit immer wieder zu Tränen rühren kann. Weil es natürlich um viel mehr geht als darum.
Niels Frevert: Konzert im Zirkuszelt im Schanzenpark
„War mal ’ne weite Landschaft, bevor du ein Hochhaus drauf gebaut hast“ singt der 55-Jährige im Titellied seines aktuellen Albums „Pseudopoesie“. Frevert, der von sich sagt, dass er die leisen Geräusche dem Lärm vorzieht, klingt darauf elektronischer und tanzbarer als auf dem großartigen Songwriteralbum „Putzlicht“ (2019), ohne sich neu zu erfinden.
Er verstehe sowieso nicht, wie das gehen soll, hat er einmal gesagt. Eine mögliche Antwort hat er in einem seiner neuen Lieder versteckt: „Der Trick ist, einfach immer weiter flach zu atmen.“
Schanzenzelt: 28.6., 19 Uhr, 33,70 Euro

































