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Zwischen Hoch-Zeit und Herbstblues: Nico Santos mit neuen Songs live in Hamburg

Er steht vor einer weißen Wand und blickt in die Kamera.
Nico Santos (31) tritt am 2. November in der Barclays-Arena in Hamburg auf.
Foto: Max König

Auf seiner „Ride“-Tour wird die Stimmung bestens, denn Nico Santos hat nicht nur die passenden Hits parat, sondern auch allen Grund zu feiern. Jetzt live in der Barclays-Arena.

MOPO: Mit „Pieces“ haben Sie  gerade eine melancholische Piano-Ballade rausgebracht, die eher zum Herbstblues passt. Dabei sind Sie doch momentan auch privat eher in einer Hochphase.
Nico Santos: Der Song passt so gut in diese Zeit. Das letzte Album war superpositiv – da waren so viele Liebeserklärungen und Liebessongs dabei. Aber irgendwann dachte ich mir: Man macht die Musik ja nicht nur, um seine eigenen Sachen zu verarbeiten. Ich habe viele Nachrichten von Fans bekommen, die gesagt haben, der neue Song käme genau zum richtigen Zeitpunkt, das hätten sie gerade gebraucht. Das hat mir das noch mal verdeutlicht.

Am 2. November in der Barclays-Arena: Nico Santos

Davor hatten Sie mit „Human Being“ schon einen Titel, der ins Nachdenkliche geht. Zeigen Sie damit eine neue Seite?
Es passte einfach. Anfang des Jahres war alles so grau. Man machte die Nachrichten an, und egal, wo man hingeguckt hat, hatte man das Gefühl, die Menschlichkeit wäre verloren gegangen. Anstatt auf Zusammengehörigkeit zu setzen, wurde eher nach Sachen gesucht, die uns nicht verbinden. Das fand ich erschreckend. Die Fußball-EM hat das im Sommer wieder ein bisschen für mich geändert. Ich wohne in Berlin. Dort habe ich so viele verschiedene Gruppen von Menschen gesehen, die zusammen gefeiert und gelacht haben. Das war schön. Das hat ein bisschen Aufschwung gegeben. „Human Being“ hat genau das transportiert, was ich in der Phase davor gefühlt habe.

Bereitet Ihnen die Spaltung der Gesellschaft Sorgen?
Ich habe gelesen,  dass es alle 20 Jahre einen Wechsel gibt, und wir stecken nun mal gerade in der Krisenzeit. Ich kann also nur versuchen, in die positive Zukunft zu blicken. Angeblich wird das 2030 der Fall sein.

Das sind noch fast sechs Jahre!
Ja, aber bis dahin haben wir ja noch sehr viel zu lernen. In vielen anderen Ländern, wo es schien, dass die Spaltung die Gesellschaft zerstören würde, hat sich das am Ende nicht bewahrheitet, und die Dinge haben sich normalisiert. Ich erhoffe mir das auch für Deutschland.

Vor ein paar Monaten wurde Nico Santos Vater

Sie sind viel unterwegs. Sind die Deutschen besonders gut darin, nur das Negative zu sehen?
Weil ich in Spanien aufgewachsen bin, weiß ich, wie man anders über Sachen denken kann und das Leben dadurch auch ein bisschen einfacher nehmen kann. Aber natürlich gibt es in Spanien genauso viele Probleme. Ich glaube, wir als Deutsche wertschätzen oft nicht, was wir eigentlich haben – das ist wahrscheinlich das größte Problem. Da nehme ich mich auch gar nicht aus. Wir sollten viel öfter auf das gucken, was gut läuft, was schön ist: Wenn man gesund ist, dass man gesund ist. Wenn man Familie hat, dass man Familie hat. Das gleiche gilt für Freunde. Meine Freunde kommen aus unterschiedlichsten Kulturen. Das ist für mich das Schönste, was ich habe: das Gemeinschaftsgefühl.

Bei Ihnen läuft es auch sonst gut: Sie sind seit 2022 Ehemann, seit ein paar Monaten Vater. Wie fühlt sich das an?
Es klingt komisch: Es hat sich gar nicht so viel verändert, aber trotzdem hat sich das ganze Leben verändert! Es ist ganz schwer, das irgendwie zu beschreiben. Es fühlt sich vollendeter an. Es macht Spaß, weiter Musik zu machen und dass ich es verbinden kann mit dem Familienleben. Als ich Kind war, war es genauso: Meine Eltern waren auch Musiker. Und ich durfte immer mit auf die Bühne oder dabei sein, wenn sie im Studio waren. Das hat sich für mich auch damals schon sehr sehr gut angefühlt.

Barclays-Arena: 2.11., 19.30 Uhr, 60-80 Euro

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