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Weltstar Shakira: „Es ist wichtiger denn je, dass Menschen zusammenkommen“

Shakira während eines Konzerts in Rio de Janeiro
Hatte 2010 schon mit „Waka Waka“ einen WM-Hit und legt jetzt mit „Dai Dai“ noch einmal nach: Weltstar Shakira (49)
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Es läuft bei Shakira. Anfang Mai spielte die Kolumbianerin am Copacabana-Strand das größte Konzert ihres Lebens – vor zwei Millionen Menschen! Und mit ihrem neuen Song „Dai Dai“ (Italienisch für „Auf geht’s“) ist sie gerade überall zu hören: Mit der Single sorgt der 49-jährige Weltstar des Latin-Pop endlich mal für eine Portion der dringend nötigen WM-Vorfreude. MOPOP sprach mit der Sängerin im Rahmen eines Roundtable-Interviews über ihren Song, ihr Herzensanliegen und die Höhen und Tiefen in ihrem Leben.

MOPOP: Shakira, Sie werden am 19. Juli zusammen mit Madonna und BTS beim WM-Finale in der Halbzeit auftreten. Wie gehen Sie an diesen Auftritt heran?

Shakira: Ich fühle mich natürlich unglaublich glücklich und geehrt, dass ich mit „Dai Dai“ dabei sein werde. Ich glaube, dass dieser Auftritt noch bedeutsamer sein wird als alles, was ich bei früheren Weltmeisterschaften erlebt habe. Denn „Dai Dai“ ist viel mehr als ein reines WM-Lied.

Wie meinen Sie das?

Der Song ist eine Botschaft an jedes Kind, dem man gesagt hat, sein Traum sei zu groß. Er ehrt Legenden des Fußballs wie Pelé, Messi und Ronaldo – aber nicht als bloße Hommage, sondern um uns an Folgendes zu erinnern: Jeder Champion hat einmal als Kind angefangen, das gekämpft hat, das aber nie aufgegeben hat, weil es  jemand unterstützt hat. Hinter jedem Champion stehen Menschen, die an ihn glauben. Das ist meine Botschaft. Und ich spende 100 Prozent meiner Einnahmen aus diesem Song an den „FIFA Global Citizen Education Fund“. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn jemand den Song streamt oder das Video ansieht, trägt er dazu bei, mehr Chancen für Kinder auf der ganzen Welt zu schaffen.

Als Sie 2010 für die WM den Song „Waka Waka“ aufgenommen haben, schien die Welt voller Aufbruchstimmung und Optimismus. Das 2026er-Grundgefühl ist pessimistischer mit Krisen, Kriegen und vielerorts einer gespaltenen Gesellschaft.

Ja, dem stimme ich zu. Leider.

Denken Sie, dass Ihre Musik das Zeug hat, unser aller Stimmung zu verbessern?

Ich denke, es ist notwendiger denn je, dass die Menschen zusammenkommen. Die Algorithmen manipulieren unsere Reaktionen, spalten Gesellschaften, wiegeln sie gegeneinander auf. In dieser Welt brauchen wir die Begeisterung für eine gemeinsame Sache – wie zum Beispiel Fußball. Oder Musik. Musik hat die Kraft, Menschen zu verbinden, die sonst nichts verbindet. Und wenn sie einem so wichtigen Ziel dient wie der Bildung, dann halte ich das für etwas sehr Bedeutendes.

Was muss ein Lied haben, damit es die Fans noch lange nach dem Turnier im Ohr behalten?

So ein Song braucht einen kraftvollen Beat, zu dem alle tanzen können. Dazu Energie, Leidenschaft und eine klare Botschaft. Aber was auch entscheidend ist, ist so ein gewisses Element, das neugierig macht und aufhorchen lässt.

Wann wissen Sie, ob ein Song etwas taugt?

Ich mache meine Musik immer erst mal für mich selbst. Wenn mich ein Song zum Tanzen bringt und mir ein gutes Gefühl gibt, dann weiß ich, dass er stimmig ist. „Dai Dai“ ist definitiv ein Feel-good-Song. Er handelt von Entschlossenheit und davon, dass ein echter Sieger auch Schwierigkeiten kennt. Und trotzdem ist er leichtherzig, hymnisch und einfach wie gemacht, um sich dazu zu bewegen.

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„Waka Waka“ gilt als einer der besten WM-Songs aller Zeiten. Welche Bedeutung hat er für Sie heute, 16 Jahre später?

„Waka Waka“ hatte einen enormen Einfluss auf mein Leben. Er ist aber nicht nur einer der größten Songs meiner Karriere – er hat mich auch zur Mutter gemacht, denn dank „Waka Waka“ habe ich den Vater meiner beiden wunderbaren Kinder kennengelernt (Ex-Fußballprofi Gerard Piqué, d. Red.). Milan ist jetzt 13, Sasha elf – sie sind die Sonne meines Lebens und das Schönste, das mir je passiert ist. Ich bin dankbar, dass ich meine „Waka-Babys“ habe. Ich wollte Mutter werden – das war immer einer meiner tiefsten Wünsche und eine noch größere Priorität als meine musikalische Karriere.

Sie sind jetzt seit 30 Jahren im Musikgeschäft. 2027 werden Sie 50. Gab es jemals einen Moment, in dem Sie das Gefühl hatten, Ihren Zenit überschritten zu haben?

Ehrlich gesagt nein – ganz im Gegenteil. Es ist seltsam, aber ich fühle mich noch immer, als würde ich gerade erst anfangen. Ich bin so leidenschaftlich wie eh und je, so verliebt in meine Karriere wie immer. Ich staune selbst, wie gut ich das verbinden kann, einerseits Mutter mit ganzem Herzen zu sein und andererseits so sehr für meine Musik zu brennen wie am ersten Tag. Ich stehe gerade wirklich auf dem Höhepunkt meiner Karriere. Und wenn ich das sage, blicke ich nach oben und denke: Gott, du schaust wirklich nach mir.

Was waren die hellsten und dunkelsten Momente in Ihrem Leben – beruflich wie persönlich?

Der hellste Moment meines Lebens war, meine zwei Kinder auf der Welt zu empfangen. Das ist das Schönste, das mir je widerfahren ist. Die dunkelsten Momente? Das war, glaube ich, als ich den Zerfall meiner Familie erleben musste – der Familie, die ich für immer erhalten wollte. Das war hart damals. Ich musste mich um meinen Vater kümmern, der auf der Intensivstation lag, und zur gleichen Zeit erfuhr ich durch die Medien, dass meine Familie nicht mehr bestehen würde. Ich habe so viel Schmerz erlebt, aber auf eine unerwartete Weise hat mich dieser Schmerz vielleicht zu einem weiseren Menschen gemacht – oder zumindest zu einem stärkeren. Es ist erstaunlich zu erkennen, welche Resilienz in uns Menschen steckt. Das Leben kann manchmal hart sein, aber es ist auch wunderschön. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment – für die hellen und für die dunklen. Ach, ich danke sogar den Menschen, die mir wehgetan haben, denn sie sind meine Lehrer geworden und haben mir wertvolle Lektionen erteilt.

Apropos Kinder und Fußball: Zu wem halten eigentlich Ihre Söhne? Sie sind Kolumbianerin, ihr Vater, Ex-Nationalspieler Gerard Piqué, ist Spanier.

Oh, das ist einfach! (lacht) Wenn Kolumbien spielt, tragen sie das kolumbianische Trikot, und wenn Spanien spielt, das spanische.

WM-Song: „Dai Dai“ (Sony Music Latin)

WM: 11.6.-19.7.

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