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Weihnachten kann losgehen! Deine Freunde haben die perfekten Songs fürs Fest herausgebracht

Weihnachten kann losgehen! Deine Freunde haben die perfekten Songs fürs Fest herausgebracht

13.11.2020
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Na, sehen DJ exel. Pauly (42, v.l.), Lukas Nimscheck (32) und Florian Sump (39) da schon den ersten Schnee durchs Fenster? Foto: Michi Schunck

Deine Freunde, die Hamburger Kinder-HipHopper, die auch von Eltern geliebt werden, haben jetzt ein Weihnachtsalbum! Im großen MOPOP-Interview via Zoom sprechen Florian Sump (39) und Lukas Nimscheck (32) (DJ exel. Pauly hatte keine Zeit) über die Corona-Ungewissheit, „Klingelingeling“ im Hochsommer, ihr Weihnachtsfest und die besten Geschenke – und geben sogar eine kleine Studioführung, bei der sie auch ihre witzigen Wichtel-Kostüme vor die Linse halten.

Jetzt habt ihr also ein Weihnachtsalbum! Ist das eine verrückte Idee, die in der Corona-Zeit entstanden ist oder wolltet ihr das Album so oder so machen?

Flo: Wir hatten die Idee schon länger, aber es hat nie in unseren Zeitplan gepasst.

Lukas: Wir wollten uns das aber auch nicht sagen lassen. Es sind nämlich immer viele Leute auf uns zugekommen, die meinten: „Los, macht mal Weihnachtslieder!“

Deine Freunde: Verschiebung ihrer großen Tour wegen Corona

Also hat Corona euch Zeit verschafft und eine gute Sache bewirkt: Jetzt gibt’s Weihnachtslieder von Deine Freunde!

Lukas: Erst mal war Corona ganz schlecht für uns, weil wir unsere große Tour abbrechen mussten. Wir saßen danach schweigend in unserem Büro und wussten nicht, was wir machen sollten. Dann haben wir einfach aus Spaß zwei Weihnachtslieder aufgenommen. Das war erst mal nur Beschäftigungstherapie.

Flo: Wir wussten zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht, ob uns thematisch genügend Songs einfallen. Wir wollten nämlich kein Auf-Krampf-Konzeptalbum. Aber zum Glück gab’s genug Sachen und Themen, die uns Spaß gemacht haben.

Lukas: Viele Künstler machen am Ende ihrer Karriere ein Weihnachtsalbum mit Cover-Songs. Aber wir wollten ein Album machen, das nicht unser Karriereende einläutet. (lacht)

Deine Freunde: Glöckchen-Sounds und Songs über Schnee im Sommer

Wie lange habt ihr daran gearbeitet?

Flo: Vier Monate circa. Normalerweise arbeiten wir ein Dreiviertel-Jahr an einem Album. Aber hier hat’s einfach geflutscht.

Lukas: Während Sommer in Hamburg war, waren wir im Keller und haben Glöckchen-Sounds gemacht und über Schnee gesungen. Aber mal ehrlich: In so einem Jahr wie diesem wünschen wir uns doch alle Weihnachten herbei.

Ihr habt ja auch herrlich-lustige Weihnachtswichtel-Videos gedreht. Das war bestimmt großer Spaß.

Lukas: Woher weißt du denn, dass wir die Wichtel sind? (lachen beide) Wir hatten einfach die bescheuerte Idee, dass es doch lustig wäre, wenn wir so tun würden, als hätten wir auf das Album gar keinen Bock und dass die Weihnachtswichtel uns dazu gezwungen haben.

Flo: Und wir mussten unbedingt einen Weg finden, wie wir schon ab September über ein Weihnachtsalbum reden können, ohne dass die Leute genervt davon sind. Deswegen haben wir das die Wichtel erledigen lassen.

Lukas: Es gab Tage, da konnten wir vor Lachen nicht drehen!

Die neuen Hoppenstedts?! Foto: Michi Schunck

Apropos lustig: Das Albumcover und eure Pressefotos lassen mich irgendwie an Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ denken. Könnt ihr mal verraten, was eure „Hoppenstedt-Momente“ an Weihnachten sind?

Lukas: Bei uns zu Hause liest meine Oma immer eine freche Weihnachtsgeschichte vor – also nicht aus der Bibel, sondern zum Beispiel die Geschichte aus der Sicht des Esels. Und jedes Jahr erwartet sie, dass wir alle finden: Das war der größte Gag der Erde! Nun ja. (lacht)

Flo: Mein Bruder spielt immer den Weihnachtsmann für meine beiden Kinder. Letztes Jahr hatte er aber sein Kostüm vergessen. Da mussten wir ganz schön improvisieren. Er konnte nur auf zehn Meter Entfernung durch den Garten schleichen, weil er keinen roten Mantel und keine Zipfelmütze hatte – und sein Bart war ein T-Shirt. Und er konnte dann auch nur schnell sagen: „Hier ist der Sack, ich muss wieder los!“

Was sind typische Weihnachtsrituale bei euch?

Flo: Bei uns gibt’s immer die Angst, dass wir zu wenig Kartoffeln haben. Mein Papa kriegt jedes Jahr Schweißausbrüche deswegen, fährt noch mal los und besorgt einen Sack.

Lukas: Bei uns kriegt jeder das zu essen, was er haben will. Für mich gibt’s vegetarische Würstchen mit Kartoffelsalat, für meine Mama einen Karpfen und für meinen Papa einen Salat Parisienne.

Im Song „Wann wird’s mal wieder richtig Winter“ bezieht ihr euch auch auf den Klimawandel. Viele kleine Kinder haben noch nie Schnee gesehen …

Lukas: Ich bin in Berlin groß geworden und ich kann mich an sehr starke Schnee-Winter erinnern. Meine Eltern haben mehrere Jahre lang einen Weihnachtsmann gebucht, der tatsächlich mit einem Pferd und Schlitten bei uns vorm Haus vorgefahren ist. Das wäre heutzutage doch gar nicht mehr möglich. Es ist ja auch so, dass international immer noch viele denken, dass hier in Deutschland der „White Christmas“-Traum in Erfüllung geht. Falsch gedacht.

Flo: Der zweite Song, der die Thematik aufgreift, ist „Ein ganz normaler Sommertag“. Textlich geht’s da weiter mit „im Dezember“. Dabei war’s uns trotz des ernsthaften Hintergrunds wichtig, dass man dennoch gute Laune davon bekommt. Natürlich wollen wir auch ein bisschen zum Nachdenken anregen, aber der Klimawandel an sich macht schon traurig genug. Deswegen ist der Song sommerlich und funky.

Beste Geschenke für Deine Freunde: C64 und Puppe

Es gibt auch einen Song über den „C64“. Flo, war dieser Computer wirklich das krasseste Geschenk, das du jemals bekommen hast?

Flo: Ja. Den habe ich mir wirklich sehr lange gewünscht. Das waren noch anderen Zeiten – jetzt bekommen 10-Jährige ja schon Smartphones und Tablets. Ich konnte zwar ab und zu bei meinen Kumpels zocken, aber musste lange darauf warten, meinen ganz eigenen Daddel-Computer zu haben. 1993, als ich ihn bekommen habe, war er schon oldschool und nicht mehr die coolste Sache der Welt, weil es da auch schon „Nintendo“ und „Sega“ gab.

Lukas, was ist dein bestes Geschenk ever?

Lukas: Mit sechs Jahren habe ich mir eine Puppe gewünscht und sie nicht bekommen. Nicht, weil ich nicht durfte, sondern weil meine Eltern den Wunsch nicht ernstgenommen haben. Weil ich so traurig darüber war, sind wir am ersten Tag, an dem die Geschäfte wieder geöffnet hatten, losgezogen, um eine zu kaufen.

Über „Dieses Jahr schenken wir uns mal nix“ singt und rappt ihr auch. Habt ihr es jemals geschafft, das einzuhalten?

Lukas: Wir schaffen das eigentlich jedes Jahr! Ich hasse es, Geschenke zu besorgen. Nicht falsch verstehen: Ich mag es total, wenn ich jemandem eine Freude machen kann. Aber ich möchte mir nicht auf Krampf Gedanken machen: Was schenke ich jemandem hier in Deutschland, der eh alles hat?

Flo: Wir Erwachsenen schaffen es mittlerweile, dass jeder nur ein Geschenk kauft und wir darum spielen. Dann gibt es immerhin keine Geschenkeschlacht mehr. Aber ich weiß, dass ich als Kind diesen Gedanken gehasst hätte. Deswegen finde ich es völlig okay, dass Kinder an Weihnachten „haben, haben, haben“ wollen und Oma und Opa diesen Wunsch auch oft erfüllen.

Habt ihr überhaupt noch Lust auf Weihnachten in diesem Jahr? Ihr habt ja quasi schon vorgefeiert.

Lukas: Wir feiern an Weihnachten dann Ostern. Wir pusten jetzt schon die Eier aus. Bei uns passiert alles drei Monate vorher. (lacht)

Weihnachten kann losgehen! Deine Freunde haben die perfekten Songs fürs Fest herausgebracht. Foto: Michi Schunck
Weihnachten kann losgehen! Deine Freunde haben die perfekten Songs fürs Fest herausgebracht. Foto: Michi Schunck

Wie gut, dann ist Corona bei euch ja auch früher vorbei!

Lukas: Im Ernst: Für uns ist es natürlich gut, gearbeitet zu haben und jetzt das Weihnachtsalbum herauszubringen. Aber wir wissen nicht, ob die auf 2021 verschobene Tour stattfinden kann. Dabei ist das Live-Spielen unsere Lebensgrundlage. Die Konzertbranche ist in den letzten Jahren viel wichtiger geworden, weil einfach nicht mehr so viele Tonträger verkauft werden. Und deswegen war es für uns gut, dass unsere Konzertlocations immer größer geworden sind. Bisher ist alles glimpflich verlaufen, wir konnten die Termine einfach verlegen. Aber das kann ja nicht ewig so weitergehen – man hat ja auch Absprachen mit Dienstleistern getroffen. Und es kommt ja noch hinzu, dass wir uns mit unserem Label „Sturmfreie Bude“ selbständig gemacht haben.

Flo: Aber die Selbständigkeit war trotzdem die richtige Entscheidung, das bereuen wir nicht.

Wie geht’s eurer Crew und den Leuten aus der Branche um euch herum?

Flo: Die haben genauso wenige Antworten wie wir. Es ist ein undefinierter Schwebezustand. Es ist fraglich, ob die Leute nächstes Jahr überhaupt noch ihren Job ausüben können oder ob sie sich dann schon längst umorientiert haben.

Lukas: Viele aus meinem Umfeld denken tatsächlich darüber nach. Meine Mitbewohnerin ist Sängerin und Schauspielerin im Musical-Bereich und die bekommt bald kein Arbeitslosengeld mehr. Es bleibt nur zu hoffen, dass irgendwann ankommt, dass Veranstaltungen mit gutem Hygiene-Konzept auch wirklich sicher sind. Vor dem „Lockdown Light“ war es ja so, dass gesagt wurde: Man darf mit funktionierendem Hygiene-Konzept aufmachen, aber gleichzeitig warnten Politiker davor, ins Theater oder Konzert zu gehen. Das macht die Leute doch unsicher. Bei uns ist es natürlich noch mal etwas anderes: Wir machen Musik für Kinder. Wir gehen erst wieder auf Tour, wenn alles zu 1000 Prozent save ist. Wir hoffen, dass es uns dann noch gibt.

Flo: Wir wissen, dass wir ganz viele Familien und Kinder glücklich machen und dementsprechend scharren wir natürlich mit den Hufen und hoffen, dass es nicht mehr ewig dauert, bis wir diese Erlebnisse mit den Fans wieder teilen können. 

Was vermisst ihr am meisten?

Flo: Konzerte!

Lukas: Ich vermisse es auch, abends unbeschwert auszugehen. Mir fehlt dieses Gefühl, komplett machen zu können, was ich will. Das hat auch mit unserer Band zu tun. Wir fahren lustig mit dem Bus durch ganz Deutschland, treffen Tausende von Leuten in Städten, wo wir noch nie waren, aber die Leute kennen uns trotzdem. Wir machen Autogrammstunden, bei denen wir mit allen abklatschen. Dass wir das gerade nicht dürfen, fühlt sich nicht gut an. Aber es soll ja auch niemandem durch das Virus schlecht gehen.

„Das Weihnachtsalbum“ ist beim eigenen Label „Sturmfreie Bude“ erschienen. Hier kann man ein signiertes Exemplar bestellen.

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