Mit 18 Jahren wurde Tanita Tikaram über Nacht zum Star. Mit ihrem Debütalbum „Ancient Heart“ begeisterte die junge Britin mit der dunklen, unverwechselbaren Stimme 1988 eine ganze Generation – Songs wie „Twist in My Sobriety“ oder „Good Tradition“ hallen bis heute im kollektiven Popgedächtnis nach. Das Album war ein Riesenerfolg für die Songwriterin, die in Münster geboren wurde und bis zum zwölften Lebensjahr in Deutschland lebte.
Allein „Twist In My Sobriety“ wurde inzwischen mehr als 73 Millionen mal gestreamt. Gerade hat die 56-Jährige ihr neues Album „LIAR – Love Isn’t A Right“ rausgebracht. In der Laeiszhalle stellt sie es jetzt vor.
Spannung zieht sich durch Album
„Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland, auch weil ich dort ja aufgewachsen bin“, sagt sie im dpa-Interview und lächelt, als sie von der Musik von Udo Jürgens spricht und all den Schlagern, die ihre Kindheit begleiteten. Ihr Vater war unter anderem in Mönchengladbach für die britische Armee stationiert. „Deutschland, das fühlt sich immer ein bisschen an wie nach Hause zu kommen.“
Ein zentrales Thema von „LIAR“ sei das Gefühl, dass gerade alles auseinanderfällt, so Tikaram. „Was tut man dann? Woran glaubt man noch? Wie bewahrt man seinen Glauben?“ Es gebe derzeit eine große Kluft zwischen dem, was Politiker täten, und dem, was die Menschen sich eigentlich wünschten. Diese Spannung zieht sich wie ein Subtext durch das Album.
„Nach dem Brexit und der ersten Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hatte man plötzlich das Gefühl: Wir teilen keine gemeinsamen Werte mehr. Das war ein Schock. Viele haben da zum ersten Mal begriffen, wie zerbrechlich das ist, worauf unsere Gesellschaft basiert“, sagt sie.
Persönliche Gedanken und Gefühle
Aber es ist auch Hoffnung zu spüren – etwa in „I See A Morning“. Hoffnung lebe vom gemeinsamen Handeln, von Gemeinschaften und Menschen, die sich zusammentun, um Widerstand zu leisten und für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Davon handele der Song. „Ich glaube, wir müssen unsere gemeinsame Menschlichkeit und unsere gemeinsamen Werte wiederfinden.“
Sie verarbeitet auf der Platte auch persönliche Gedanken und Gefühle. So im Song „Sailboats“, in dem sie das Älterwerden beschreibt: offen, zärtlich, wehmütig. Das Lied sei eine Art Abschied von dem jungen Mädchen, das sie einmal war – und zugleich eine Hommage an das, was kommt. „Man wird nie wieder diese andere Frau sein. Dieses Mädchen ist weg, und man trauert darum.“ Es gehe aber letztlich ums Loslassen – und darum, aus dem Verlust Stärke und Weisheit zu ziehen.
Mischung aus Licht und Dunkel
Die zehn Songs mit ihren orchestralen Arrangements lassen sich musikalisch als eine Art Kammerpop einordnen. Die vorherrschenden Instrumente sind Cello, Geige und Akkordeon, die den Werken eine fast erzählerische Tiefe verleihen. „Statt eines Gitarren-Solos gibt es bei mir lieber ein Cello-Solo. Dieses Instrument ist so sinnlich und kraftvoll“, schwärmt Tikaram.
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Düstere Stimmungen und Melancholie paaren sich dabei mit warmen Soul- und R&B-Einflüssen, teilweise sogar mit Indie-Elementen. „Ich mag diese Mischung aus Licht und Dunkel“, sagt sie.
Wie gut die Songs live funktionieren, konnte vorige Woche schon in Hamburg überprüft werden: Da trat Tanita Tikaram kurz bei „MediaMarkt“ auf. Jetzt kommt sie zurück – zum „echten“ Konzert in der Laeiszhalle.
Verlosung
2 x 2 Tickets zu gewinnen. Schicken Sie bis 19.10. eine E-Mail mit dem Betreff „Tanita“ an [email protected] und beantworten Sie folgende Frage: Wie heißt der Song, der mehr als 73 Millionen Mal gestreamt wurde?
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.Veranstalter des Gewinnspiels ist die Morgenpost Verlag GmbH. Bei einer Teilnahme gelten unsere AGB als akzeptiert. Diese AGB finden Sie unter www.mopo.de/gewinnspiel-agb
Laeiszhalle: 21.10., 20 Uhr, Kleiner Saal, ab 53,45 Euro
































