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Nothing But Thieves sind mit „Moral Panic“ zurück! Frontmann Conor Mason über das neue Album, Smartphone-Hass und Fan-Liebe

Nothing But Thieves sind mit „Moral Panic“ zurück! Frontmann Conor Mason über das neue Album, Smartphone-Hass und Fan-Liebe

25.10.2020
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Das sind die Mitglieder von Nothing But Thieves (v.l.): Philip Blake (Bass), Joe Langridge-Brown (Gitarre), Conor Mason (Gesang), Dominic Craik (Gitarre, Co-Produzent) und James Price (Schlagzeug). Foto: Jack Bridgeland

Mit Songs wie „Wake Up Call“ und „Amsterdam“ schafften Nothing But Thieves den Durchbruch. Nun haben die Briten ihr drittes Album „Moral Panic“ veröffentlicht. MOPOP sprach direkt nach dem Frühstück mit Frontmann Conor Mason (27) über die neue Platte, coole Fanprojekte, Kindheitsträume und seinen Hass aufs digitale Zeitalter.

MOPOP: Conor, wie geht’s euch und was gab’s zum Frühstück?

Conor Mason: (lacht) Ich hatte einen Marmite-Bagel, schwarzen Kaffee und habe dazu eine Sendung von Jack Whitehall geschaut. In letzter Zeit haben wir viel für die kommenden Livestreams geprobt. Wir sind alle ein bisschen kaputt. Einmal am Stück haben wir sogar 18 Stunden geprobt, aber all das macht auch großen Spaß!

Das Cover des neuen Albums von Nothing But Thieves: „Moral Panic“.
Das Cover des neuen Albums von Nothing But Thieves: „Moral Panic“.

Vermisst du es, Konzerte zu spielen?

Gott, ja! Ich habe dadurch realisiert, wie sehr es zu meiner Person gehört. Ich bin süchtig danach! Wenn man viel tourt, vergisst man, die Konzerte wertzuschätzen.

Nothing But Thieves: „Moral Panic“ ist ein Pandemie-geprägtes Album

Ihr habt die Pandemie-Zeit genutzt, um ein paar coole Projekte mit den Fans umzusetzen

Im „Sorry“-Video waren richtig viele Fans dabei. Es war großartig, die Synergie mit ihnen wieder zu spüren.

Es gibt viele Gerüchte über die Entstehung eures Bandnamens. Hast du schon mal was geklaut?

Nur einmal! Ich war fünf Jahre alt und mit meiner Familie im Disneyland. Dort habe ich eine Plastik-Figur mitgenommen. Ich habe es direkt bereut und sofort meiner Mutter erzählt. (lacht)

Nothing But Thieves: Letztes Konzert in Hamburg war „unglaublich“!

In Hamburg habt ihr zuletzt 2018 in der Großen Freiheit 36 gespielt. Wie war das für euch?

Die Energie war unglaublich. Das sieht man auch in den Live-Videos, die wir dort produziert haben. Wenn du einmal mit dem deutschen Publikum warm geworden bist, kannst du voll auf seine Unterstützung zählen.

„Moral Panic“ suggeriert, dass das Album durch die Pandemie-Zeit inspiriert wurde. Wie unterscheidet es sich von den Vorgängern „Broken Machine“ (2017) und „Nothing But Thieves“ (2015)?

Mit dem ersten Album haben wir herausgefunden, wer wir sind. Es war eine Sammlung individuell guter Songs. Meine Stimme sollte alles zusammenhalten und das hat gut funktioniert. Dort liebten viele die rockigen Teile, andere die Balladen. Also nahmen wir diese Extreme für das zweite Album und bauten sie aus. Thematisch ging es um den Moment, wir tourten viel und lebten die Musik. Nun bei „Moral Panic“ hatten wir die kreative Freiheit zu tun, was wir wollten. Der Einfluss aus verschiedenen Genres ist gewachsen. Thematisch schaut das Album nach außen: Es geht um alles, was wir online sehen und in der Welt abgeht. Zum ersten Mal haben wir das in unserer Musik verarbeitet.

Nothing But Thieves: „Moral Panic“ hat Einflüsse von Pop, Soul und R’n’B

Wer hat dich beeinflusst?

Meine Playlist ist wirklich lächerlich. Von Klassik, über Heavy Metal, zu R’n’B, Soul und Pop ist da alles drin! Sehr beeinflusst haben mich Moses Sumney oder Frank Ocean. Kendrick Lamar macht auch spannende, komplexe Sachen. Ich habe seine Komplexität über die letzten Monate studiert. Es fasziniert mich, dass bei ihm dennoch alles so einfach erscheint. Das habe ich beim Schreiben auch versucht.

Man munkelt, es gibt zwei Lieblingssongs von dir auf dem neuen Album?

Richtig! „Free If We Want It“ liebe ich, weil es dafür steht, dass die einfachsten Songs die besten sind. Am Tag, als wir den Song aufnahmen, war ich emotional so dabei! Ein bisschen hat es sich angefühlt, als würde jemand anderes singen. Wenn ich meine Lieblingsmusiker höre, fühlt es sich für mich auch oft so an, als würden sie mir einen Teil ihrer Seele mitgeben. Ich hoffe, das habe ich auch geschafft! Bei Lieblingssong Nummer 2 ist alles drin, was ich am Rock liebe. Wir hatten ihn schon ein paar Jahre herumliegen und in einer Probe kam durch Zufall die Zeile „Can You Afford to Be An Individual“ heraus, aus der dann auch der Songtitel wurde. Darin geht’s um digitales Klonen und um Menschen, die sich online anders geben, als sie sind.

Gibt es einen bestimmten Adressaten, für den ihr eure Songs schreibt?

Wir schreiben unsere Songs für niemand anderen als uns selbst. Jeder Song ist wie ein neuer Tag, an dem wir schauen, was passiert. Es ist cool, nicht so viel zu denken. Der Song „Phobia“ war zum Beispiel ein sehr cooles Experiment.

Darin singst du „Why do you hate the Internet?“, in „Unperson“ sogar „Now my Computer gets sad without me, its scary“. Was hat es damit auf sich?

Ich habe absoluten Hass auf das digitale Zeitalter. Als Band müssen wir die soziale Medien nutzen, um relevant zu bleiben. Du fütterst das Internet, es füttert dich. Ich möchte, dass die Leute ihr Telefon wegpacken und das Leben wirklich leben. „Phobia“ ist aber kein Befehl, eher ein Spiegel. Letztens, in einer Hotel-Lobby, war ich der einzige, der kein Smartphone dabei hatte. Ich habe mich wie ein Außerirdischer gefühlt. Das ist doch irre, oder?

Nothing But Thieves: Für Conor Mason wird ein Kindheitstraum wahr!

Freust du dich auf eure Konzerte 2021? Ihr spielt ja zum Beispiel auch auf dem „Hurricane“-Festival.

Ich kann es kaum erwarten, aber ich bin auch skeptisch, ob Sommer-Festivals überhaupt stattfinden können. Die ganze Tour wird ziemlich krass, denn wir spielen in der „O2“ in London, das ist ein Kindheitstraum von mir. Wir sind dort früher oft für Familien- oder Schulausflüge gewesen. Großartige Bands haben dort schon gespielt. Danach muss ich mir echt einen neuen Wunschtraum suchen.

Viel Glück dabei! Gibt es etwas, das du noch loswerden möchtest?

Bald finden unsere Livestreams statt, das wird spannend! Dabei sammeln wir auch Spenden für unsere Crew-Mitglieder, die zur Zeit kein Geld verdienen können.

Am 29. Oktober, ab 20 Uhr, läuft der Livestream, Tickets gibt’s über nbthieves.com! Nothing But Thieves spielen hoffentlich 2021 (16.-18. Juni) auch auf dem Hurricane-Festival, Tickets ab 99 Euro gibt’s hier!

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