Düstere Gitarrenriffs, Chöre und wuchtiges Schlagzeugspiel – das zeichnet Kreator aus Essen aus. Die Thrash-Metaller um Sänger und Gitarrist Miland „Mille“ Petrozza (58) veröffentlichten vor 41 Jahren ihr erstes Album. Bis heute haben sie zwei Millionen Tonträger verkauft und alle bedeutenden Heavy-Festivals gerockt. Jetzt kommen sie mit „Krushers Of The World“, ihrem 16. Studioalbum, in die Inselpark-Arena.
MOPOP: „Krushers Of The World“ bedeutet so viel wie Zerquetscher der Welt. Sind wir Menschen damit gemeint?
Miland „Mille“ Petrozza: Der Titel ist eigentlich eher positiv gemeint. Der Schlüsselsatz des Textes lautet: Nichts kann unseren starken Glauben erschüttern! „Krushers Of the World“ bedeutet für mich Einheit, Ermutigung, Empowerment. Und nicht, dass wir akzeptieren, dass alles den Bach runtergeht und wir nichts dagegen unternehmen können. Ich hatte eher den Gedanken, sich zu verbinden und voranzukommen – nicht mit dem Finger auf irgendwelche Zerstörer dieser Welt zu zeigen.
Soll man eigentlich alles ernst nehmen, worüber Sie singen?
Nichts im Leben sollte jemals ernst genommen werden, wirklich. Das ist alles Unterhaltung, aber ernsthafte. Ich nehme die Texte sehr, sehr ernst, aber ich finde, man sollte sie nicht Wort für Wort auseinandernehmen, denn manchmal sind sie sehr metaphorisch und scheinen beim ersten Lesen keinen Sinn zu ergeben. Ich finde, alles im Leben sollte immer spielerisch sein.
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Das gilt auch für Ihre Songtexte und Ihre Musik?
Ja. Es sollte eher Freude bereiten als satirisch zu sein, was bei manchen Sachen von uns vielleicht der Fall ist. Natürlich ist der Song „Satanic Anarchy“ nicht allzu ernst zu nehmen, aber er sollte dich vielleicht dazu bringen, über eine Alternative nachzudenken. Satanismus wird immer als etwas Böses angesehen, aber für mich ist das totale Freiheit. Und Anarchie ist noch mehr: Es ist Chaos. Also, ja, Freiheit und Chaos oder Chaos und Freiheit. Das regt einen vielleicht zum Nachdenken an.
Aber in „Satanic Anarchy“ singen Sie auch davon, die Tyrannei zu stürzen. Richtet sich das an die Tyrannen unserer Zeit?
Wahrscheinlich ja. Der wichtigste Satz in dem Text ist für mich: Sie haben die Sänger getötet, aber nicht die Songs, die sie gesungen haben. Es geht darum, Spuren zu hinterlassen. Mit deinen Handlungen tust du etwas, das für dich wichtig ist. Wir als Musiker und Texter versuchen, etwas zu erschaffen. Es muss nicht unbedingt etwas Künstlerisches sein, es kann auch sein, dass man sich um Menschen kümmert. Vielleicht arbeitet man in einem Krankenhaus, hilft anderen oder stellt Möbel her. Was auch immer man tut, es sollte etwas sein, das einen glücklich macht.
Inselpark-Arena: 17.4., 18.20 Uhr, Karten für 74,90 Euro;
Supports: Carcass, Exodus und Nails


































