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Interviews

Matze Rossi: Der Singer/Songwriter mit der Burgruine


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Matze Rossi (44) ist ein Singer/Songwriter mit viel Punkrock-Liebe im Herzen – und ihm gehört eine Burgruine! Morgen (17. August) spielt er im Schrödingers. Foto: Sven Hoppmann

Singer/Songwriter Matze Rossi sucht in seinen Liedern klug und ehrlich – und mit ganz viel Liebe und Punk im Herzen – nach dem Sinn des Lebens. Im MOPOP-Gespräch erzählt er, warum sein Album „Wofür schlägt dein Herz“ ein ganz besonderes ist (Man kann es auch ganz unten gewinnen!) der „Boss“ manchmal bei ihm reinrutscht und wie das Wohnen mitten in einer Burgruine ist.

MOPOP: Wenn ich die Mundharmonika im Song „Sturm im Wasserglas“ höre, muss ich an Bruce Springsteen denken. Du bist Fan, oder?

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Matze Rossi: Ja, ich bin großer Fan. Ich bin in den 80ern groß geworden und seine Musik war durch meine Eltern für mich allgegenwärtig und ein Lebensgefühl. Es war aber gar nicht mein Ziel, eine direkte Anspielung auf ihn zu machen. Das passiert einfach unterbewusst. Ich scheine ihn sehr verinnerlicht zu haben.

Matze Rossi hat Musik lange nicht hauptberuflich gemacht und hatte ein zweites Standbein als Sozialpädagoge

In „Sturm im Wasserglas“ singst du: „Sicher komm’ ich später an als all die anderen, doch ich hab’ mehr gesehen und meinen Weg selber bestimmt.“ Was sind deine Umwege?

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Der größte Umweg ist, dass ich seit 30 Jahren Musik mache, aber mich erst vor sechs, sieben Jahren zu 100 Prozent dazu entschlossen habe. Vorher habe ich mich typischen gesellschaftlichen Konventionen hingegeben und dachte, ich könne mit Musik keine Familie ernähren.

Du hast Sozialpädagogik studiert.

Genau, da war ich dann in verschiedenen Feldern tätig: Familienbetreuung beim Jugendamt, Musiktherapie für Kinder mit geistiger Behinderung und ich habe Erzieher:innen ausgebildet.

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In der Corona-Zeit ist es nicht leicht, hauptberuflich Musiker zu sein.

Ja. Aber die, die hinter den Kulissen arbeiten, sind davon noch mehr betroffen als ich, der ja ein Gesicht für die Leute hat. Ich bekomme totale Unterstützung von meinen Fans. Spendenaufrufe in den sozialen Medien oder eine Lotterie, wo ich Gemälde, Live-Konzerte oder andere Sachen verlost habe, haben mir durch die krassen Lockdown-Durststrecken geholfen. Das ist ganz wunderbar zu wissen, dass meine Musik den Leuten so viel bedeutet, sie mitfühlen und am Ball bleiben.

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„Wofür schlägt dein Herz“ nimmt eine besondere Rolle in deiner Diskografie ein.

Ja. Ganz besonders ist die lange Entstehungszeit – ich habe fünf Jahre daran geschrieben und gearbeitet. So habe ich das sonst nie gemacht: Wenn die Lieder fertig waren, waren sie fertig und ich habe sie bis zur Aufnahme nicht mehr verändert. Beim jetzigen Album reichte mir das bloße Zeitdokument nicht mehr – ich wollte etwas für die Ewigkeit erschaffen. Die Lieder konnten bei mir vorher auch schon noch nach ihrer Entstehung weiter wachsen – vor allem dann, wenn die Leute ihre eigenen Geschichten mit reingebracht und mir davon erzählt haben. Bei diesem Album war es mein Ziel, die Lieder schon komplett reif zu entlassen. Die Leute verbinden zwar immer noch ihre eigenen Geschichten damit, aber es kommt auch viel die Rückmeldung, dass sie auch nach dem 20. Mal Hören noch etwas Neues entdecken – musikalisch und textlich. Das wollte ich erreichen.

Dieses Album ist auch erstmalig komplett mit Band eingespielt. Vorher warst du eher eigenbrötlerisch unterwegs.

Ja, beim vorherigen Album habe ich die Band „nur“ als Experiment eingeladen und immer die erste Aufnahme mit ihr gleich fürs Album genommen. Ich wollte nicht, dass da zu viele Köche kochen. Ich bin da offenbar der Typ, der für Vertrauen etwas länger braucht – wo wir schon wieder bei „Sturm im Wasserglas“ sind: „Im Zickzack gegen den Wind“. Mittlerweile bin ich mit dem Bassisten und Schlagzeuger gut befreundet. Sie sind absolut professionelle Musiker – im Gegensatz zu mir, der Autodidakt ist. Sie fühlen trotzdem, was ich rüberbringen will, ergänzen und verschönern – ohne dass ich mich in meinem kreativen Schaffen verbiegen muss.

Du erwähntest es schon: Du machst schon 30 Jahre Musik. Angefangen hat alles mit Punkrock. Hast du ihn auch noch als Singer/Songwriter im Herzen?

1991 hatte ich das erste Konzert mit meiner Punkband Untergang, daraus ist später die Band Tagtraum hervorgegangen. Anfang der 90er waren wir 14-jährige Kiddie-Punks. Das war einfach „Do it yourself“: Ohne groß nachzudenken die Instrumente in die Hand nehmen und voller Energie etwas ausdrücken. Das schätze und liebe ich an Punkrock immer noch: einfach machen. Aber wie ich schon erwähnte, haben mich meine Eltern früh mit Songwritern wie Bruce Springsteen, Bob Dylan oder den Beatles geprägt. Nachdem sich meine Band aufgelöst hatte, war alleine Musik zu machen erst mal die einzige Möglichkeit für mich: Reisen, mit Akustikgitarre Konzerte spielen, Menschen treffen und sich austauschen.

In Markt­steinach haben meine Frau und ich eine alte Ritterburg-Ruine mit zwei Türmen gekauft.

Matze Rossi

Du wohnst jetzt aber auf dem Land, wie der Song „Stadtflucht“ es beschreibt.

In Bandzeiten waren wir ganz viel in großen Städten unterwegs und haben auch viel in besetzten Häusern gespielt. Mein Wohnort war Schweinfurt in Franken. In Großstädten habe ich mich eigentlich immer wohlgefühlt, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mich das auch ausgelaugt hat. Seit 2018 wohne ich nun im schönen Örtchen Marktsteinach bei Schweinfurt. Dort haben meine Frau und ich eine alte Ritterburg-Ruine mit zwei noch sichtbaren Türmen gekauft. Auf dem Gelände stehen drei Häuser – in einem wohnen wir, im anderen die Schwiegereltern, das dritte ist baufällig. Das ist eine Art Hof und drum herum gibt’s Wald, Berge und einen kleinen See.

Wow! Der Hof und die Burgruine machen sicher viel Arbeit.

Ja, die reicht für zwei Leben. Das war das Gute an Corona: Da hatten wir mal wieder richtig Zeit dafür. Bei uns wird immer irgendwas gebaggert und gemacht. Die Idee ist auch, dass im Hof oder im Gewölbekeller irgendwann mal Konzerte stattfinden können. In der Scheune aus dem 16. Jahrhundert habe ich mir auch schon mein eigenes Studio eingerichtet.

Kommenden Dienstag spielst du im Schrödingers im Schanzenpark. Wie ist es für dich, die Burgruine hinter dir zu lassen und auf Tour zu gehen?

Es war lange Routine, 150 Konzerte im Jahr zu spielen – weg zu sein war also ganz normal. Das Losfahren ist gerade schon etwas schwierig. Ich habe es sehr genossen, viel Zeit mir der Familie zu verbringen. Aber es hat auch was Gutes: Jetzt komme ich wieder in die großen Städte und treffe viele Menschen. Aber irgendwann kann ich auch wieder weg.

Schrödingers: 17.8.: 18 Uhr, ab 28 Euro, und 21.8.: „Orange Hotel Special“-Streamingkonzert auf YouTube von Grand Hotel van Cleef (kostenlos)

„Wofür schlägt dein Herz“ ist bei End Hits Records erschienen.

Gewinnspiel: Matze Rossis Album „Wofür schlägt dein Herz“ abstauben

Wir verlosen drei Mal Matze Rossis bei „End Hit Records“ erschienenes Album „Wofür schlägt dein Herz“ – viel Glück!

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach folgende Frage: Von wem ist Matze Rossi großer Fan? Schickt die Antwort in einer E-Mail mit dem Betreff „Matze Rossi“ und eure Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon) an: [email protected]! Teilnahmeschluss ist Dienstag (17. August) um 24 Uhr.

Veranstalter des Gewinnspiels  ist die Morgenpost Verlag GmbH. Bei einer Teilnahme gelten unsere AGB als akzeptiert. Diese AGB gibt‘s unter www.mopo.de/gewinnspiel-agb

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