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Konzerte gegen den Frust: Dieser Musiker bietet Nachwuchs-Songwritern die perfekte Bühne

Der Musiker schaut in die Kamera, er trägt einen Hut
Finn Vincent Moriz (26) ist auch unter dem Namen Freund von Anton bekannt.
Foto: Johanna Tück

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Das klingt schön, haut aber im Musikbusiness so nicht unbedingt hin, sagt Finn Vincent Moriz, bekannt unter dem Künstlernamen Freund von Anton. Als Newcomer:in spiele man oft Konzerte, die einen eher frustrieren. Und weil der 26-jährige Wilhelmsburger auch aus eigener Erfahrung weiß, wie demotivierend das sein kann, hat er einfach selbst eine Konzertreihe geschaffen, die Nachwuchs-Songwriter:innen eine perfekte Bühne bietet. Am Samstag steigt die fünfte Ausgabe der „Sensor Sessions“ im Atelier Gausz – mit Joy Bogat, Son Of Polvo, Rahel und Finn Vincent Moriz selbst.

MOPOP: Du hast mit „Sensor Sessions“ deine eigene Konzertreihe – das ist ja eher ungewöhnlich. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Finn Vincent Moriz: Ich habe im Laufe der Jahre selbst erlebt, wie oft man als Newcomer:in Konzerte spielt, die einen eher frustrieren und unzufrieden zurücklassen. Zum Beispiel in Bars, wo entweder niemand da ist oder dir niemand zuhört, oder bei Veranstaltungen, bei denen es einen Wettbewerbsgedanken und eine öffentliche Bewertung gibt. Das führt oft dazu, dass junge Künstler:innen eher demotiviert sind, ihre Musik weiter nach draußen zu tragen und überhaupt weiterzumachen. So entstand bei mir das Bedürfnis, eine Konzertreihe für Nachwuchs-Songwriter:innen ins Leben zu rufen, die wertschätzend und respektvoll den Künstler:innen und ihrer Kunst gegenüber ist und dem Publikum gleichzeitig abwechslungsreiche, besondere Abende bietet.

„Sensor Sessions“: Diesen Samstag im Gausz

Wo entdeckst du die Künstlerinnen und Künstler, die du zu den Abenden einlädst?

Da gibt es verschiedene Wege. Mit ein paar der Künstler:innen, die bei uns spielen, stand ich selbst schon auf der Bühne oder unsere Wege haben sich irgendwann mal gekreuzt. Andere habe ich irgendwo mal live gesehen oder im Internet entdeckt. Darüber hinaus haben Songwriter:innen auch die Chance, sich bei uns zu bewerben. Im Endeffekt versuche ich dann die Abende so zusammenzustellen, dass es möglichst abwechslungsreich und interessant ist.

Apropos: Wie wichtig ist das Netzwerken als Kunstschaffende:r in Hamburg deiner Meinung nach?

Das Netzwerken ist schon sehr wichtig. Aber nicht immer so einfach. Sich mit Musiker:innen und Menschen aus der Szene auszutauschen und zu connecten kann sehr hilfreich sein, wenn dadurch ein Netzwerk entsteht, das sich gegenseitig unterstützt. Dafür ist es meiner Meinung nach wichtig, Rahmen zu schaffen, die einen natürlichen, ungezwungenen Austausch zulassen, bei dem sich alle wohl fühlen und Netzwerken ganz automatisch passiert.

Bilder der vier Musikerinnen und MusikernFoto: Tück/Metzscher/Mooi/Vásquez
Diesmal dabei (v.l.): Freund von Anton, Joy Bogat, Rahel und Son Of Polvo

Nach vier Ausgaben im vergangenen Jahr geht es jetzt weiter mit den Sessions. Was darf das Publikum erwarten?

Das Konzept wird sich nicht groß verändern. Vier Songwriter:innen – diesmal Joy Bogat, Son Of Polvo, Rahel und ich – sitzen zusammen auf der Bühne und spielen immer abwechselnd und unplugged Songs. Nach jedem Song ist jemand anderes an der Reihe. In den letzten Sessions hat es sich auch manchmal ergeben, dass Songs zusammen gespielt wurden. Die Musik und das Miteinander stehen im Vordergrund. Das Publikum bekommt einen bunten Abend geboten und hat die Chance, gleich vier neue Songwriter:innen zu entdecken.

Auf der Bühne: Joy Bogat, Son Of Polvo, Rahel und Finn Vincent Moriz

Was ist für dich das Besondere an den Sessions? Was bekommst du, bekommt ihr vom Publikum gespiegelt?

Für mich ist das Miteinander, die Vielseitigkeit der Abende und die Stimmung bei den Sessions das Besondere. Das bekomme ich auch viel vom Publikum gespiegelt.

Und wie geht’s bei Freund von Anton weiter? Du warst im Studio, richtig?

Es passiert gerade ziemlich viel, obwohl man von außen gar nicht so viel mitbekommt. Ich habe im Frühjahr 2022 angefangen, mit einem neuen Produzenten zu arbeiten. Mittlerweile habe ich viele neue Songs geschrieben und aufgenommen. Musikalisch unterscheidet sich das doch recht deutlich von den Sachen, die ich bisher veröffentlicht habe, deswegen wird das Ganze auch unter einem anderen Namen, meinem echten Namen, rauskommen und das Projekt „Freund von Anton“ ablösen. Ich hatte das Bedürfnis, mich musikalisch nochmal ein bisschen neu zu erfinden und zu erweitern und war noch nie so glücklich mit der Musik, die ich mache, wie jetzt. Ich freue mich sehr, wenn das alles rauskommt.

Atelier Gausz: 22.4., 19.30 Uhr, Gaußstraße 60, 10 Euro, Tickets gibt’s unter gausz-ottensen.de und an der Abendkasse

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