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Kiezclub statt Kino: Filmstar Christian Friedel kommt mit seiner Band nach Hamburg – Tickets zu gewinnen!

Fünf Männer stehen vor einer im Hintergrund angedeuteten Feuerkugel, vier tragen schwarze Kleidung, in der Mitte steht Christian Friedel in einem gemusterten Oberteil.
Christian Friedel (M.) und seine Band Woods Of Birnam – am 4. Januar 2026 spielen sie live auf dem Kiez.
Foto: Carsten Beier

Christian Friedel gehört derzeit zu Deutschlands größten Filmstars. 2023 spielte er unter anderem eine Hauptrolle im oscarprämierten Film „The Zone Of Interest“. Der 46-Jährige ist aber auch Musiker und hat mit seiner Band Woods Of Birnam gerade das Science-Fiction-Album „Solaris“ aufgenommen – aufgehängt am gleichnamigen Meisterwerk von Stanisław Lem. Wie man einen Sci-Fi-Klassiker vertont, verrät der Schauspieler hier.

MOPO: Sie sind ja Sci-Fi-Fan – haben Sie auch schon mal in einem Science-Fiction-Film mitgespielt?
Christian Friedel: Ich hatte neulich tatsächlich meinen letzten Drehtag in Potsdam-Babelsberg für einen Sci-Fi-Film aus Deutschland – das ist sehr ungewöhnlich. Eine Verfilmung von Nils Westerboers Roman „Athos 2643“ unter der Regie von David Wnendt. Damit ist für mich als Fan dieses Genres ein Traum in Erfüllung gegangen. Das Ganze ist sehr ambitioniert mit tollen Sets und einer komplexen Geschichte. Der Film kommt im Februar 2027 in die Kinos.

Christian Friedel: Mit Woods Of Birnam live im Bahnhof Pauli

Sind Sie eigentlich mit Science-Fiction-Filmen aufgewachsen?
Ja. In die tiefe gehende Arthouse-Werke, in denen ich jetzt ganz oft mitspiele, habe ich damals so gut wie nie im Kino gesehen. Ich war eher ein großen Fan von „Matrix“ und „Herr der Ringe“, von Science-Fiction- und Horrorfilmen. Als ich nach der Schule immer „Star Trek“ im Fernsehen geguckt habe, dachte ich, es geht hier um die Gegenwart, um Migration, um gesellschaftliche Konflikte, Sexualität. Das alles kann man in sehr phantasievoller Art und Weise verpacken und trotzdem etwas über uns erzählen. Du kannst dich wegträumen in eine Welt, die fern von unserer Welt ist, aber inhaltlich ist uns die Geschichte näher als so mancher Film, der versucht, so authentisch wie möglich zu sein. Das finde ich faszinierend.

Die Musik auf Ihrem Album „Solaris“ klingt sehr futuristisch und erinnert an Krautrock der 70er Jahre. Wie kamen Sie darauf?
Unser Stammproduzent Olaf Opal hat uns mit dem Krautrock-Virus angesteckt,  wir haben schon bei unserem dritten Album „Grace“ solche Elemente mit eingebaut. Wir  fanden es spannend, mit Erwartungen zu spielen. Bei Science Fiction denkt man ja an futuristische Klänge und an Elektronik. Wir fanden es interessant, eine technische Klangwelt mit einem natürlichen Instrumentarium zu mischen. Jeder hat aus dem, was er im Roman spannend fand, eigene Demos gemacht, die wir dann in den Bandkontext geworfen haben. Wir haben einen Singer/Songwriter, einen Elektropionier, einen Jazz- und Soul-Mann und einen Keyboarder, der von der Filmmusik kommt, in der Band. Es war entsprechend schwer, eine Auswahl für das Album zu treffen.

Auch auf dem Albumcover ist der angedeutete Feuerball zu sehenFoto: Royal Tree Records
Woods Of Birnams Album „Solaris“ gibt’s seit Mitte Dezember (Royal Tree Records).

Bei den Woods Of Birnam wird kein klassisches Songwriting betrieben?
Bei diesem Album auf keinen Fall. Ich würde auch nicht alles auf dem Album als Songs im klassischen Sinne bezeichnen, sondern manchmal sind es Tracks oder Instrumentals. Das Songwriting ist bei uns sehr aufgebrochen. Ich bin ein großer Fan von Radiohead. Auch die frühen Genesis haben konzeptartige Alben mit ineinanderfließenden Stücken gemacht. Wir lieben es, Alben als Gesamtkonzept zu betrachten. Wir haben ganz lange für die Setlist gebraucht. Ich liebe es, Vinyl aufzulegen, deswegen haben wir das Album auch in eine A- und eine B-Seite aufgeteilt.

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Die Texte stammen von Ihrem Schauspiel-Kollegen Robert Gwisdek. Wie kam das denn?
Robert ist Frontmann der HipHop-Formation Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi. Ich habe mit ihm zusammen einen Film gedreht, der 2026 in die Kinos kommt. Robert schreibt sehr lyrische Texte. Ich dachte, es wäre doch toll, wenn er Stanislaws Lems philosophisches Themenfeld in Lyrik packt – er war sofort Feuer und Flamme. Wir hätten auch mit KI arbeiten können, aber es ist schöner, mit jemandem zu arbeiten, der mit Sprache umgehen kann. KI gibt uns die Möglichkeit, Dinge schneller zu entwickeln, aber KI kann das Urmenschliche, die Spontaneität und auch die Fehler nicht beherrschen. Sie ist auf Perfektion aus. Es ist erstaunlich, wie KI heute Musik generieren kann – aber diese Musik berührt einen dann nicht.

Verlosung: Karten für Woods Of Birnam zu gewinnen

Am Schauspiel Frankfurt haben Sie 2024 Lems Roman „Solaris“ mit Musik auf die Bühne gebracht. Da haben Sie ein Lichtkunstwerk erschaffen. Lässt sich das auf die Konzerte übertragen?
Nein, da legen wir den Fokus auf die Musik. Wir haben uns aber eine Dramaturgie und Dynamik überlegt und versuchen, auch ältere Songs in die „Solaris“-Welt zu überführen. Man muss auch nicht den Roman gelesen haben, um zu unseren Konzerten zu kommen. Man kann einfach nur tanzen, sich wegträumen, in einen Rausch kommen. Unsere Konzerte sind sehr rar, umso mehr haben wir Lust darauf. Es wäre schön, wenn wir ein bisschen öfter auf Tour gehen könnten, aber mein Leben als Schauspieler macht uns da immer einen Strich durch die Rechnung.

Bahnhof Pauli: 4.1., 20 Uhr, 33,70 Euro

Mit MOPOP zu Woods Of Birnam live!

Tickets für das Konzert zu gewinnen! Wer mitmachen möchte, schickt bis 2.1.,15 Uhr, eine E-Mail mit Betreff „Solaris“ an [email protected] und beantwortet folgende Frage: Wie heißt der Autor des Science-Fiction-Meisterwerks?   

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.Veranstalter des Gewinnspiels  ist die Morgenpost Verlag GmbH. Bei einer Teilnahme gelten unsere AGB als akzeptiert. Diese AGB finden Sie unter www.mopo.de/gewinnspiel-agb

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