Hinter der Hit-Maschine Sophie And The Giants (u.a. „Hypnotized“, „A Little Bit Wild“) verbirgt sich die queere englische Singer/Songwriterin Sophie Louise Scott, die auf der Bühne zu gigantischer Größe wächst. Das wird die 29-Jährige mit dem roten Haarschopf auch in Hamburg zeigen, wenn sie ihr gerade veröffentlichtes Debüt-Mini-Album „00:00“ (ausgesprochen „Midnight“) live im Bahnhof Pauli vorstellt. MOPOP sprach mit ihr über die Gay-Community und Menschen-Liebe.
MOPO: Auf welchen Ihrer Songs fährt die Queer-Community besonders ab?
Sophie Louise Scott: „Paradise“, den ich im vergangenen Jahr mit Purple Disco Machine herausgebracht habe, kommt immer gut. Es geht in dem Song darum, sein Paradies zu finden. Für mich war das Paradies, die Queer Community und meinen Platz der Akzeptanz zu finden. Wir mussten alle durch dasselbe durch, wir verstehen einander.
Ihren Durchbruch hatten Sie 2020 mit „Hypnotized“ – den Song haben Sie ebenfalls mit dem deutschen DJ und Produzenten Purple Disco Machine aka Tino Piontek aufgenommen. Wo haben Sie sich kennengelernt?
Erst mal gar nicht. Tino hatte mir das Demo zum Song via E-Mail geschickt, also richtig old school. In der Mail stand, dass er meine Stimme liebt und ob ich eine Melodie und einen Text über das Demo singen könnte. Das machte ich sofort in meinem Schlafzimmer. Ich hatte nicht viel erwartet, aber alle liebten den Song. Getroffen haben wir uns dann, erst sechs Monate nachdem wir „Hypnotized“ herausgebracht hatten und die Single längst mit Gold ausgezeichnet war.
War das der Pandemie geschuldet?
Genau. Wir waren beide fasziniert voneinander. Dennoch war es ein bittersüßer Tag: Wir sollten den Erfolg der Single mit einem Auftritt in einer großen Arena in Italien feiern, gingen auf die Bühne und niemand war da. Es war ja kein Publikum zugelassen am Anfang der Pandemie. Das war die schlechteste Party der Welt.
Merken Sie, dass Sie zunehmend auch Fans aus der Queer Community haben?
In diesem Jahr habe ich es definitiv gemerkt. Ich bin auf Pride Events aufgetreten – unter anderem in Berlin. Da waren etliche Drags, Macher und Performer, die queer oder gay waren. Es war wunderschön. Ich habe mich in einem Raum noch nie so sicher gefühlt wie dort! Ich bin eine bisexuelle Frau. Es ist ja nicht so, dass man überall seine Queerness feiern kann, aber wenn du dann bei solchen Events bist, fühlst du dich gesehen und wertgeschätzt.
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Wann wussten Sie, dass Sie auf Frauen und Männer stehen?
Ich hatte Freundinnen, bevor ich Boyfriends hatte. Wenn ich von der Grundschule nach Hause kam, sagte ich zu meinen Eltern: „Oh, ich habe drei neue Freundinnen und vier neue Boyfriends.“ Ich habe alles gedatet, ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Ich habe nie verstanden, warum Leute eine Präferenz haben, für mich war es dann umso irritierender, dass ich keine hatte. Ich habe das nie am Gender festgemacht, ich habe mich einfach in den jeweiligen Menschen verliebt.
Sie werden in Hamburg Ihr erstes Powerpop-Mini-Album „00:00“ live vorstellen. Was können wir da erwarten?
Ich will, dass es sich wie eine Party in meinem Schlafzimmer anfühlt. Mit netter Dekoration und jeder Menge Hits!
Bahnhof Pauli: 18.11., 19 Uhr, 29,45 Euro

































