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Reeperbahn-Festival: Drei Tage starke Gigs auf der MOPO(P)-Bühne – immer ganz nah dran an den Acts

Das Duo auf der Bühne, im Hintergrund sieht man Fans, einen Sonnenschirm und das MOPO-Mobil
„Wir spielen sonst eher nachts in stickigen Clubs“: Demi Lune und Jean Divorce von DVTR bei Sonnenschein am MOPO(P)-Mobil
Foto: Sebastian Madej

Vier Tage Reeperbahn-Festival, drei Tage Musikprogramm am MOPO(P)-Mobil. Im „Festival Village“ auf dem Heiligengeistfeld hatte die MOPO auch in diesem Jahr wieder eine eigene Bühne – mit einem fetten Programm. Am Samstag gab’s drei starke Acts bei allerbestem Open-Air-Wetter.

Am Anfang ruckelt es noch ein bisschen, das Timing ist … ungünstig. Der Londoner Master Peace ist gerade erst angekommen, kurz vor Stagetime um 13.30 Uhr steht er ein bisschen verloren vor der Bühne. Soundcheck? Dafür ist keine Zeit mehr. Macht aber nichts: Mirko an, los geht’s. „Indie Sleaze im Stil der 2000er“ wolle er machen, hat er in einem Interview gesagt. Musik, die klingt, wie die seiner Vorbilder: ein bisschen Arctic Monkeys, ein bisschen Friendly Fires, ein bisschen Gorillaz. Und das passt. Er singt und rappt, an den Reglern wird der Beat aufgedreht, der Gitarrist tanzt sich warm. Das Publikum macht mit, dafür sorgt Master Peace ganz charmant immer wieder selbst: Kommt näher! Singt mit! Tanzt! Springt! Er fordert – und er bekommt, was er braucht. Es sei der erste von drei Auftritten an diesem Samstag, sagt er. Das große Finale stehe am Abend in der Freiheit an. „Dann mit noch mehr Wumms“, verspricht der Londoner. Wer das verpasst hat: Am 28.10. ist er im Kent-Club.

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Wo Master Peace unverschuldet Typ Kurz-vor-knapp war, sind DVTR Typ In-der-Ruhe-liegt-die-Kraft. Früh kommt das kanadische Elektropunk-Duo zum MOPO(P)-Mobil, um sich einzurichten. Glaubt man gar nicht, wenn man Sängerin Demi Lune und Gitarrist Jean Divorce dann um 15 Uhr auf der Bühne sieht: zwei Mikros, eine Gitarre, Effektgeräte. Sieht nach wenig aus, macht aber viel. Und mit der Ruhe ist es  jetzt auch endgültig vorbei: DVTR singen und, na ja, schreien zu Baller-Beats. Auf Französisch. Ihre Songs haben Titel wie „Les Olympiques“, „Vasectomia“ (mit der schmissigen Zeile „vasectomia pour tous“ (übersetzt: „Vasektomie für alle“) und „Les flics (sont des sacs à merde)“ (übersetzt: „Bullen (sind Drecksäcke)“). Dafür gib’s Applaus – und nach Ende des halbstündigen Auftritts auch viel Lob von den (neuen) Fans: Das Duo hat Merch mitgebracht und das Publikum ist in Plauderlaune. Auch das gibt‘s am MOPO(P)-Mobil.

Menschen überallFoto: MOPO/DUE
Überall Menschen: Der Auftritt von Jolle am frühen Samstagabend

War es bei Master Peace und DVTR schon voll, steht Jolle am frühen Abend vor einem regelrechten Menschenmeer. Die Hamburger Durchstarterin, deren musikalische Karriere mit einem Karaoke-Bar-Auftritt begann, begeistert mit Songs irgendwo zwischen Rap und Pop. Ganz vorne singen die Fans textsicher mit. Ein krönender Abschluss nach vielen tollen Auftritten auf der kleinen, feinen MOPO(P)-Bühne. Hier gibt’s Ausschnitte aller MOPO(P)-Gigs 2024. Elf Acts haben von Donnerstag bis Samstag auf der Bühne gestanden – im kommenden Jahr geht’s weiter! (DUE/NR)

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