Wenn dumpfe Bässe durch die Wilhelmsburger Sommerluft getragen werden und Menschen mit Glitzer im Gesicht vor der Hafenkulisse tanzen, dann weiß man: Das MS Dockville verwandelt die Fläche südlich der Elbe in eine bunte Zauberwelt. Am Freitag ging es los – so war der erste Festival-Tag.
Wenn man am Freitag über das Dockville-Gelände ging, dann sah man oft Menschen, die sich nach oben in den Himmel schauten. „Das zieht vorüber“, „Nee, die Wetter-App sagt, dass das in einer halben Stunde anfängt“. Mit dem Wetter war das nämlich so eine Sache. Heftiger Regen, kräftige Sonne – alles war dabei.
„Dockville“ 2024: Nicht so ein starkes Line-up? Na, und?
Aber irgendwie gehört das ja zu einem Festival dazu, durch den Matsch zu stampfen. Sich dicht unter einen Baum zu drängen zum Schutz vor dem Regen. Und die „Dockville“-Fans – die hat das nicht gestört.

Denn viele kommen, einfach weil’s das „Dockville“ ist. Nicht so ein starkes Line-up? Na, und? Geht ja um viel mehr als nur die Musik. Es geht um die Kulisse, die Leute, die einmalige, bunte und friedliche Stimmung.
„Es geht um den Vibe – und der ist immer süß“, sagen die Freundinnen Stella (27), Anna (24), Helene (24), Caro (24) und Lea (26). Die fünf kennen sich aus dem Hockey-Verein. Für Helene ist es das erste „Dockville“. Ihr erster Eindruck? „Die Ausstattung ist deutlich besser als gedacht.“
„Die Stimmung ist einfach mega“
„Die Stimmung ist einfach mega“, sagen auch Tillmann und Sebastian. Sie sind zum zweiten Mal auf dem Dockville. „Wir sind mit Freund:innen hier und wurden einfach mitgerissen. Wir lieben die offene Community hier“, sagt Sebastian und gibt Tillmann einen dicken Kuss auf die Wange.

Auf der Campingfläche ist am Freitagnachmittag schon einiges los. Der Boden ist noch durchnässt vom Regen. Das Publikum ist bunt, fröhlich, jung. „Meine halbe Schule ist hier“, sagt Luiza. Für die 18-Jährige hat das „Dockville“ in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung: Sie hat in diesem Jahr Abi gemacht und zieht bald nach Berlin, um dort Literaturwissenschaften zu studieren. „Ich will jetzt noch ein letztes Mal Spaß in Hamburg haben“, sagt Luiza. Eine Art Abschied von zu Hause also.

Wie immer auf dem „Dockville“ ist auch in diesem Jahr das musikalische Programm wild durchmischt. Am Freitagabend begeisterte als Headliner die österreichische Pop-Band „Bilderbuch“. Ein fulminanter Auftritt. „Lasst uns heute miteinander einfach glücklich sein“, rief Sänger Maurice Ernst der Menge zu.
55.000 Menschen werden auf dem „Dockville“ erwartet
Doch das muss man dem Publikum eigentlich gar nicht sagen. Das respektvolle Miteinander zeichnet das Festival seit seinen Anfängen 2007 aus. 18.000 Menschen kamen am Freitag. Insgesamt erwarten die Veranstalter 55.000 Besucher:innen.
Ebenfalls ein musikalisches Highlight am Freitag: Die in London lebende US-Sängerin Ashnikko liefert bei ihrem einzigen Deutschlandauftritt in diesem Jahr mit experimentellem Elektro-Pop einen visuell wirkungsstarken Auftritt. Zwei Tänzerinnen wirbeln um sie herum. Hinter ihr eine große Videoleinwand – ein Auftritt wie aus einer anderen Welt.

Eine andere Welt – das ist das Dockville auch irgendwie. Mitten im rauen Hamburger Hafen verwandelt das Festival die Fläche in eine bunte Zauberwelt. Während immer wieder Seifenblasen durch die Luft schweben, besuchen die Dockville-Gäste tagsüber Siebdruck-Workshops, Lesungen oder Bollywood-Tanzperformances.
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Noch zwei Tage wird hier getanzt, gefeiert und gesungen: Bis Sonntag bespielen über 140 Musikerinnen und Musiker, Bands und DJs die rund ein Dutzend Bühnen. Dabei sind unter anderem die Techno-Blaskapelle „Meute“, die Songwriterin Zoe Wees und der Rapper Disarstar. Tickets gibt es noch auf der Dockville-Website.


































