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„Deutschland über alles“: Nazi-Schock beim MS Dockville

Zuschauerinnen und Zuschauer stehen auf dem MS Dockville vor einer Bühne.
Zehntausende Besucher feierten am Wochenende beim MS Dockville in Wilhelmsburg.
Foto: picture alliance/dpa | David Hammersen

Mehr als 50.000 Menschen strömten am Wochenende für das diesjährige MS Dockville nach Wilhelmsburg, um dort die über 100 Music-Acts und ausgestellte Kunst zu feiern. Bei einem Auftritt am Freitagabend kam es jedoch zu einem Vorfall, der die Feierlaune trübte. Auch der Veranstalter meldete sich mittlerweile zu Wort.

Indie, Pop, Techno: Mehr als 100 Musik-Acts sorgten am Wochenende für ordentlich Stimmung beim MS Dockville in Wilhelmsburg. Am Freitagabend stand so auch der Auftritt des dänischen Pop-Duos Roya auf dem Programm. Doch wie „T-Online“ zuerst berichtete, sorgte das Duo für einen irritierenden Vorfall: Während eines improvisierten Teils ihrer Show stimmte Roya auf einmal die erste Strophe der deutschen Nationalhymne an und sang somit die nationalsozialistische Parole „Deutschland, Deutschland über alles“.

Roya: „Nichtwissen ist keine Entschuldigung“

Auch ein Festival-Sprecher bestätigte der MOPO den Vorfall. Seinen Auftritt wollte das dänische Duo demnach mit einer besonderen Geste für das deutsche Publikum beenden – unwissend, welchen Fehltritt sie sich damit leisten würden. „Letzte Nacht haben wir einen schweren Fehler gemacht“, meldete sich auch Roya selbst am Samstag über die Instagram-Story des Festivals zu Wort.

Sie hätten die erste Strophe der deutschen Nationalhymne angestimmt, ohne zu wissen, dass diese wegen ihrer nationalsozialistischen Assoziation nicht mehr gesungen wird. Als sie den Unmut des Publikums bemerkten, hätten sie ihren Auftritt sofort gestoppt und sich auf der Bühne entschuldigt.

„Wir übernehmen die volle Verantwortung. Nichtwissen ist keine Entschuldigung.“ Die Aktion würde nicht ihren eigenen Werten entsprechen. Daher seien sie jedem dankbar, der sie auf den Fehler aufmerksam gemacht hat.

MS Dockville stehe für Vielfalt

Der Veranstalter selbst teilte mit, im engen Austausch mit der Band zu sein. „Das war ein Fehler; aber dahinter steckte keine Absicht.“ Das Festival sei kein Ort für nationale Parolen. „Gerade in Zeiten globalen Rechtsrucks ist es wichtig, für eine plurale, offene und tolerante Gesellschaft einzustehen – das MS Dockville steht für Vielfalt.“

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Nach Angaben des Veranstalters besuchten in diesem Jahr jeden Tag rund 25.000 Menschen das MS Dockville. Musikalische Highlights waren unter anderem die Auftritte der britischen Sängerin Raye oder des deutschen Künstlers Ritter Lean am Freitag. Am Samstag standen Auftritte von Lola Young, Ikkimel, Peter Doherty und Levin Liam im Mittelpunkt. Neben den Konzerten gehörten über 40 Kunstwerke sowie mehr als 120 Programmpunkte zum Festival. Die nächste Ausgabe des Festivals ist für den 14. und 15. August 2026 geplant. Der Vorverkauf startet diesen Sonntagabend um 18 Uhr.

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